Die Kriegsführung

Die gesichertsten Informationen über die Germanen stammen aus den zahllosen kriegerischen Konfrontationen zwischen den Legionen Roms und den freien germanischen Stämmen. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass die grimmigsten Feinde der Germanen die Germanen selbst waren. Die germanischen Stämme lebten in einer heroischen Gesellschaft, die den Krieg verherrlichte und in ihm eine wirtschaftliche Notwendigkeit sah. Davon zeugen unzählige Raubzüge der Franken, Alemannen und Sachsen, die zu Zwecken der Tributerpressung und der Erbeutung von Sklaven geführt wurde. Die Germanen führten nicht nur bloße Raubzüge oder Hegemonialkriege, sondern regelrechte Wirtschaftskriege. Das bekannteste Beispiel ist die große Salzschlacht zwischen Chatten und Hermunduren, die vermutlich im Jahre 58 n. Chr. am Oberlauf der Werra stattfand. Hier gab es im Grenzgebiet zwischen Chatten und Hermunduren salzhaltige Quellen, die nicht nur Kultische Bedeutung hatten, sondern auch wegen der Möglichkeit der Salzgewinnung attraktiv waren. Die Chatten verloren die Schlacht und büßten neben dem Salz einen erheblichen Teil ihres Stammesgebiets ein.

Nach germanischen Recht gehörte dem Sieger das Eigentum des Gefallenen.

Die Bewaffnung

Die hauptbewaffnung der Germanen war das Ger, das Langsax und die Axt. Reiche Germanen und Germanenfürsten hatten in der Regel auch Schwerter. All diese Waffen wurden oft mit Rundschilden und sechseckigen Schilden kombiniert. Vereinzelt gab es auch Pfeil und Bogen.

Rüstungen und Helme konnten sich nur germanische Fürsten oder wohlhabende Germanen leisten.